"Das Spiel ist die höchste Form der Forschung." - Albert Einstein
„Die Spielen ja nur“ - eine Aussage, welche häufig in Verbindung mit der Freispielphase in Kindertageseinrichtungen getätigt wird. Die Freispielphase nimmt einen hohen Stellenwert im pädagogischen Alltag der Kinder ein und bietet ihnen wertvolle Entwicklungschancen und Lernimpulse, um die eigene Entwicklung selbst aktiv mitzugestalten.
Unter den Aspekten des Ko-Konstruktivismus und des pädagogischen Ansatzes gehen wir davon aus, dass das Kind der Akteur seiner eigenen Entwicklung ist. Jedes Kind birgt das Potential in sich, seine Entwicklung nach eigenem Interesse und im Rahmen seiner eigenen Möglichkeiten zu gestalten. Dabei haben Kinder von Natur aus ein hohes Bedürfnis, ihre Fähigkeiten und ihr Wissen zu erweitern und Lernen damit spielerisch leicht in einer Intensität, welche in späterem Alter nicht mehr erreicht werden kann.
Eine vorbereitete Spielumgebung - die Räumlichkeiten, das Spielmaterial, einheitliche Regeln - ist dabei die grundsätzliche Voraussetzung, um den Kindern ein selbst gesteuertes Lernen zu ermöglichen. Es ist die Aufgabe der ErzieherInnen, die Kinder in ihren Stärken und Interessen zu beobachten und die Umgebung so zu gestalten, dass die Kinder sich wohl fühlen, entsprechende Anreize und Herausforderungen finden und in ihrem Entwicklungsprozess unterstützt, gestärkt und anerkannt werden.
Dabei lernen die Kinder durch soziale Interaktion mit anderen Kindern und pädagogischen Fachkräften von- und miteinander. Sie machen sich gemeinsam auf den Weg, ihre Umwelt zu hinterfragen und nach Ideen und Lösungsmöglichkeiten zu suchen, diese auszuprobieren und gegebenenfalls anzupassen oder zu verwerfen und nach neuen Lösungsmöglichkeiten zu suchen, wenn das Ziel nicht erreicht werden konnte. Die Kinder lernen sich dadurch als Selbstwirksam kennen und Stärken das Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten und in ihr Selbstbewusstsein.
Ein wichtiger Faktor für die Selbstbildungsprozesse der Kinder ist die intrinsische Motivation. Sie spricht die kognitive (Neugier) oder emotionale (Anreiz) Ebene des Kindes an und kommt "von innen heraus", was zu einer deutlich höheren Lernbereitschaft und einer höheren Motivation führt, so dass die Kinder mit Begeisterung an einem Thema arbeiten. Dies führt automatisch dazu, dass die Kinder nachhaltig mit Freude lernen und sich Entwicklungsprozesse schneller festigen. Die extrinsische Motivation, welche durch positive oder negative Verstärkung (Belohnung / Zwang) herbeigeführt wird, sollte nur selten und sehr bedacht benutzt werden. Die intrinsische Motivation hat einen bedeutenden und entscheidenden Vorteil: Während die extrinsische Motivation nur solange wirkt, wie auch die Belohnung attraktiv oder der Zwang ausgeübt wird, wirkt die intrinsische Motivation, wenn einmal aufgebaut, ohne außenstehende Einflüsse weiter. Die kognitiven und emotional-motivationalen Komponenten sind nicht voneinander trennbar und müssen dementsprechend in den Lern- und Entwicklungsprozess der Kinder integriert werden.