Grundlage unserer pädagogischen Arbeit

Die sechs Bildungsschlüssel von Mariele Diekhof bieten uns die Grundlage unserer pädagischen Arbeit.

Erster Schlüssel

Herzensbildung

Alle Erzieher/innen sind sich ihrer Vorbildfunktion bewusst Herzensbildung durch Vorleben
Die Bewusstmachung bezüglich der pädagogischen Zielsetzungen des Teams: Was möchten wir den Kindern vermitteln, was sollen sie lernen, welche Kompetenzen stecken in ihnen? Wie können wir die volle Entfaltung der einzelnen Persönlichkeiten unterstützen?
Wenn jeder bewusst hinschaut, fällt auf, dass sich mindestens die Hälfte der gesetzten pädagogischen Ziele insbesondere auf die HERZENSBILDUNG beziehen, auf ein soziales Miteinander, das von Achtung und Respekt geprägt ist. All diese Ziele erreichen wir in erster Linie durch unser Vorleben, durch unsere Haltung und Einstellung zum Leben. Die persönliche „Ausstrahlung“ der Erzieher/in kann vieles bei den Kindern bewirken und zur Entfaltung bringen. Sie kann ihre Seelen stärken, ihre Herzen erwärmen, aber auch Kältegefühle und Beklemmungen auslösen. Wir sind uns dessen bewusst!

erster Schlüssel

Zweiter Schlüssel

Alle üben sich in der „Positiven Sprache“

Das Sprechen in der sogenannten „Positiven Sprache“ im Umgang mit den Kindern ist von ganz großer Bedeutung und verändert den Alltag.
*
„Schütte deinen Kakao nicht um, fall nicht von der Treppe, lauf nicht auf die Straße, wirf den Turm nicht um, kleckere nicht mit der Suppe.....“
*
Sätze, die sicher vielen Pädagoginnen bekannt sind. Ganz unbedacht wird oftmals in der *Negativen Sprache* gesprochen. Damit machen wir es den Kindern schwer. Die Hirnforschung bestätigt, dass sich Kinder dieses NICHT im Satz zunächst nicht vergegenwärtigen. „Wirf den Kakao nicht um“. Das Kind sieht quasi die umgeworfene Tasse vor sich, um dann zu überlegen, was die Erzieherin denn möchte. In der *Positiven Sprache* könnte es so klingen: „Genieße deinen Kakao!“. Oder „Halte dich am Geländer fest“, statt „ Fall nicht von der Treppe“.... . Kinder benötigen klare, aussagekräftige Sätze. Das Sprechen in der Positiven Sprache taucht zudem die Welt der Kinder ins Licht, sie schenkt den Kindern Wärme. Hört sich „Genieße deine Suppe“ nicht viel schöner an, als „Pass auf, dass du nicht kleckerst“?

zweiter Schlüssel

Dritter Schlüssel

Bildungsfutter

durch gezielte Teamvereinbarungen:
- Bevor wir den Kindern ein Bilderbuch vorlesen, wird immer der Name des Illustrators sowie des Autoren benannt. So ganz nebenher lernen die Kinder die Namen verschiedener Künstler kennen und ihre Arbeiten wertschätzen.
Beim Einsetzen von Musikinstrumenten, werden grundsätzlich die Namen der Instrumente benannt.
- Vor dem Einlegen einer Musik- CD werden die Namen des Komponisten/Sängers genannt, bzw. erwähnt, welches Instrument (Klavier, Violine, Gitarre) wir nun hören. „Hört mal, wie schön die Klaviermusik klingt“. Nebenher lernen die Kinder verschiedene Musikstücke, den Klang verschiedener Instrumente kennen und können sie mit Namen benennen.
-Auf dem Spielplatz, werden nebenher die Bäume mit Namen benannt.
- Die Farben der alltäglichen Gegenstände werden im Kindergarten benannt.
Beispiel: „Räumst du bitte die blaue Tasse auf den Wagen? Du hast aber schöne rote Hausschuhe an“. So lernen die Kinder nebenbei die Farben kennen.
- Die Kinder werden auf die kleinen Dinge in der Natur aufmerksam gemacht: Beispiel: „Schau mal, die Fliege hat ja rote Augen!“ „Komm, wir drehen den Stein mal um und gucken wer da drunter wohnt“. „Kennst du das kleine Krabbeltier?“

dritter Schlüssel

Vierter Schlüssel

Beachtung schenken
Wenn wir die Kinder nicht zu sehr verplanen und ihnen Zeit für ganz individuelle Entdeckungen, Zeit für sich selbst schenken, dann sorgen wir damit für einen entspannten Alltag. Lebenslust, Gelassenheit und Bildungsfreude finden Platz. Wir schenken den Kindern Zeit zum Lernen, Zeit um Selbstbildungsprozesse in Ganz zu setzen, Zeit ganz im Hier und Jetzt sein zu können. Wir schenken ihnen unser Vertrauen: Wir trauen ihnen zu, selbstbestimmt zu agieren, sie selbst zu sein. So haben wir Erzieher/innen Gelassenheit und Zeit die Kinder zu beachten, sie mit den Augen des Herzens zu sehen, zu sehen, was sie brauchen.
Kinder zeigen uns – auf ihre Art, mit ihren „Mitteln“ was sie brauchen. Dies zu erkennen, ist eine weitere hohe Kunst in der Pädagogik. Es geht nicht darum, zu wissen oder zu ahnen, was sie nächsten Donnerstag um 10 Uhr benötigen, um im Vorfeld ein schönes, eltern-freundliches Angebot zu planen.... NEIN! Es geht darum, zu erkennen was sie JETZT brauchen.
Nur wenn ich das Kind beachte, gelingt mir dies. Und beachten kann ich die Kinder nur dann, wenn ich nicht verstrickt bin in einen verplanten, zeitlich eingetüteten Alltag, der Arbeitsfreude und Gelassenheit im Keim erstickt.
Beachten statt beobachten. Wohl jeder Mensch möchte lieber beachtet, als beobachtet werden. Stellen Sie sich einmal folgendes vor:
Während Sie morgens genüsslich frühstücken, werden Sie intensiv beobachtet. Ihre Mimik, Ihre Gestik, die Körperhaltung, alles wird mit Blicken erfasst. Wie halten Sie das Messer in der Hand, wie beißen Sie vom Brötchen ab, was essen Sie? Lesen Sie Zeitung währenddessen oder unterhalten Sie sich mit dem Tischnachbarn? Sprechen Sie in ganzen Sätzen, kau-en Sie während Sie sprechen, wie drücken Sie sich aus? In welcher Stimmung und körperlichen Verfassung sind Sie? Anschließend würde es eine – natürlich wertfreie- objektive Zusammenfassung der Beobachtung im speziell dafür entwickelten Beobachtungsbogen geben, vielleicht noch ergänzt mit ein bis zwei Fotos, die von Ihnen während des Brötchenkauens geschossen wurden. Na – würde Ihnen das gefallen? Schenkt man Ihnen jedoch Beachtung, während eines gemeinsamen Frühstücks in angenehmer Gesellschaft, fühlt sich das wesentlich angenehmer an. Auch Kinder wollen – von uns Erwachsenen – BEACHTET werden, sie möchten sozusagen auf Augenhöhe mit Achtung, Wertschätzung und Respekt begegnet werden. Übertriebene Beobachtung verletzt die Würde des Kindes.

vierter Schüssel

Fünfter Schlüssel

Angebote der besonderen Art

Unsere Professionalität besteht nicht darin, die Kinder mit zeitlich festgelegten Angeboten zu überhäufen, sie zu bespielen und ihnen ihre freie Zeit zu rauben – sondern drinnen wie draußen ein Abenteuerland zu schaffen, in dem sie abtauchen können, um sich und die Welt kennen zu lernen. Damit schaffen wir eine kindgerechte Welt, in der Kinder Kind sein dürfen und wir unsere pädagogischen Ziele mühelos im lebendigen Kita - Alltag erreichen.
Die gesamte Kindergarten ist für die Kinder ein Angebot der besonderen Art: • Der Baubereich bietet den Kindern Möglichkeiten zum Bauen, Konstruieren und Spielen... • Die Sprachraum bietet den Kindern Literatur zum Betrachten und Stöbern.. • Die Bäume bieten sich zum Klettern an, die Baumstämme zum Balancieren.... • der Bewegungsraum bietet sich zum Toben, Rennen, Turnen und Tanzen an... • der Malbereich zum Gestalten, Kleben, Kleistern und Basteln... •

Wir beachten das „Tun und Lassen“ der Kinder mit anderen Augen, wenn wir wahrnehmen, WIE Kinder lernen, WIE sie sich entfalten und entwickeln – OHNE fest geplante Angebote. Egal wo die Kinder sich bewegen, ob sie im Sand buddeln, auf den Bäumen klettern, im Waschraum mit Wasser und Schläuchen experimentieren, ob sie malen, kneten, tanzen, toben, rennen, reden, kleistern, kleben, recherchieren oder nichts tun.... Sie lernen und entwickeln sich, stets und im eigenen Tempo! Sich das bewusst zu machen, bringt Gelassenheit, Ruhe und Selbstsicherheit in den Alltag der Erzieher/in.
Sie sehen drei Kinder in der Matsche sitzen. Was passiert dort, was lernen sie? Ich nenne nur einige Stichworte: Experimentierfreude, taktile Wahrnehmung, Körperbewusstsein, Materialerfahrung, Freude am Tun, Kommunikation, physikalische und mathematische Grunderfahrungen, .... u.v.m. Warum sollten die Kinder von Erwachsenen zu einer geplanten Aktion aus der Pfütze gelockt werden? Weil es Donnerstag 10 Uhr ist und ich ein elternfreundliches Angebot geplant habe? Lernen sie dort mehr? Nein
Sie sehen ein Kind im Baum. Was passiert dort, was lernt es? Und wieder nenne ich einige Stichworte: Grob- und Feinmotorik, Grenzen testen, mutig sein, die Welt von oben sehen, Selbstvertrauen, Umweltbewusstsein .u.v.m. Wunderbar, gibt es einen nachvollziehbaren Grund dieses Kind zu einer im Vorfeld geplanten „Alibibastelei“ vom Baum zu holen?*
Wir sehen uns als in der Rolle als einfühlsame Begleiter und Wegbereiter in einer Welt, in der Kinder ganz sie selbst sein dürfen und nicht – aus Angst und Eile mancher Erwachsenen - zu fremdbestimmten Projekten gemacht werden!
Sie sehen ein Kind im Baum. Was passiert dort, was lernt es? Und wieder nenne ich einige Stichworte: Grob- und Feinmotorik, Grenzen testen, mutig sein, die Welt von oben sehen, Selbstvertrauen, Umweltbewusstsein .u.v.m. Wunderbar, gibt es einen nachvollziehbaren Grund dieses Kind zu einer im Vorfeld geplanten „Alibibastelei“ vom Baum zu holen?*
Wir sehen uns als in der Rolle als einfühlsame Begleiter und Wegbereiter in einer Welt, in der Kinder ganz sie selbst sein dürfen und nicht – aus Angst und Eile mancher Erwachsenen - zu fremdbestimmten Projekten gemacht werden!

fünfter Schlüssel

Sechster Schlüssel

Sprachförderliche Grundhaltung Kinder bewusst zum Sprechen bewegen.
Die richtigen Fragen zur richtigen Zeit zu stellen, ist eine hohe Kunst in der Pädagogik. Dies zu üben und weiterzuentwickeln ist Voraussetzung für eine alltagsintegrierte Sprachförderung!
Parallel dazu fördert das tägliche, spontane Vorlesen, Erzählen, Nacherzählen lassen, Reimen, Singen, Rätseln..... mit Lust und Freude die Sprachentwicklung in hohem Maße.
Situationen aus dem Kindergartenalltag
Ein Kind zeigt der Erzieherin draußen im Garten einen toten Käfer und fragt nach, warum der Käfer tot ist. Erzieherin: „Oh sieh mal, der arme kleine Käfer. Ich denke mal, er ist zertreten worden. Siehst du den eingedrückten Panzer? Wollen wir ihn beerdigen, was meinst du?“ Eine andere Möglichkeit der Kommunikation: Erzieherin: „Oh, der arme kleine Käfer. Schau mal, der Panzer ist ja ganz eingedrückt, siehst du? Woran mag er denn wohl gestorben sein, was meinst du?“ Mit dieser bewusst „umgedrehten“ Fragestellung wird das Kind zum Nachdenken und Sprechen angeregt. Es wird ernstgenommen, seine Meinung, seine Gedanken sind gefragt. Im Alltag ergeben sich täglich unzählige Situationen zur „umgedrehten“ Fragestellung. Beispiele: Kind: „Warum krabbeln die Asseln so schnell weg, wenn wir den Stein wegrollen?“ Erzieherin: „Vielleicht mögen sie kein helles Sonnenlicht? Oder was meinst du?“ Kind: „Warum weint denn der kleine Max?“ Erzieherin: „Vielleicht möchte er seine Mama bei sich haben? Oder er hat Hunger, was glaubst du?“ Kind: „Können manche Fische Menschen fressen?“ Erzieherin: „Das ist ja eine interessante Frage! Da machst du mich ja richtig neugierig. Wie kriegen wir zwei das denn jetzt raus?“

sechter Schlüssel

Kontakt

Kindergarten Anreppen
Städtische Kindertageseinrichtung 

Leitung: Sabine Reußner

Im Dorfe 7
33129 Delbrück

Tel.: 05250 52575
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